Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für Mai 2026

Große Spannweite bei Temperatur und Niederschlag

  

Witterung

Der Mai 2026 war in Hessen von markanten Temperaturunterschieden (punktuell frostig bis hin zu hochsommerlichen Bedingungen) und geographischer Ungleichverteilung des Niederschlags geprägt.

Die mittlere Lufttemperatur lag bei 14,1 °C und damit 1,0 °C über dem langjährigen Monatsmittel. Die Sonnenscheindauer betrug 239 Stunden und überschritt den langjährigen Mittelwert um 17 %.


Der Gebietsniederschlag lag im Mai bei 78 l/m² und damit 14 % über dem langjährigen Monatsmittel.
Allerdings zeigte sich eine ausgeprägte räumliche Ungleichverteilung zwischen dem Norden und Süden Hessens: Während in Nordhessen (z. B. Einzugsgebiet der Diemel) 120 bis 160 l/m² fielen, wurden im Bereich des Mains und im Rhein-Main-Gebiet vielfach nur etwa 30 bis 40 l/m² registriert.

Aktuelle Grundwassersituation und Prognose

Die Grundwassersituation war im Mai durch den Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahres geprägt, in dem saisonal bedingt sinkende Grundwasserstände typisch sind.

Im Mai wiesen:

  • 25 % der Messstellen sehr niedrige Grundwasserstände auf (Vormonat: 23 %)
  • 13 % niedrige Grundwasserstände (Vormonat: 13 %)
  • 52 % normale Grundwasserstände (Vormonat: 49 %)
  • 5 % hohe Grundwasserstände (Vormonat: 9 %)
  • 3 % sehr hohe Grundwasserstände (Vormonat: 4 %) auf.

Im Vergleich zum Mai 2025 lagen die Grundwasserniveaus an 72 % der Messstellen niedriger.

Die ungleiche Niederschlagsverteilung sowie unterschiedliche hydrogeologische Faktoren führen zu folgenden regionalen Unterschieden in den Grundwasserstellen in Hessen:

  1. Nordhessen (Buntsandstein):
    In den Kluftgrundwasserleitern wurden überwiegend normale bis sehr niedrige Grundwasserstände beobachtet, mit teils steigenden, teils fallenden Trends.
  2. Untermainebene:
    Hier zeigte sich ein sehr heterogenes Bild mit unterschiedlichen Trends und Grundwasserniveaus, abhängig davon, ob es sich um schnell oder langsam reagierende Messstellen handelt.
  3. Hessische Rheinebene (Hessisches Ried):
    Hier wurden überwiegend normale Grundwasserstände gemessen (75 % der Messstellen), gefolgt von niedrigen Grundwasserständen (13 %). In infiltrationsgestützten Bereichen wurden überwiegend normale und stabile bis steigende Grundwasserstände festgestellt.

Mit fortschreitender Vegetationsperiode, steigenden Temperaturen und erhöhter Verdunstung ist in den kommenden Wochen weiterhin mit sinkenden Grundwasserständen zu rechnen. Eine nachhaltige Neubildung ist erst wieder im kommenden hydrologischen Winterhalbjahr zu erwarten.

Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen ist weiterhin geboten, damit für zukünftige Trockenphasen eine gute Vorsorge getroffen ist.