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Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für Juli 2026
Wärmster Juni seit Wetteraufzeichnung
Die Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser basiert in Mittelhessen maßgeblich auf Grundwasser.
Witterung
Aktuelle Auswertungen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) im Monatsbericht Juli 2026 zeigen, noch nie in der Messhistorie war in Hessen ein Juli so niederschlagsarm wie 2026. Die Niederschlagssumme lag im Flächenmittel bei nur 14 l/m². Eine außergewöhnlich hohe mittlere Lufttemperatur sowie überdurchschnittliche Sonnenscheindauer trugen gleichzeitig zu einer Verschärfung der Trockenheit bei.
Die Sonnenscheindauer betrug 290 Stunden und überschritt den langjährigen Mittelwert um 32 %.
Für Wasserversorger, Kommunen und Industrie bleibt die vorausschauende Bewirtschaftung zentral, um Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und Infrastrukturstabilität zu gewährleisten.

Der Gebietsniederschlag in Hessen lag im Juli bei 14 l/m² und damit 82 % unter dem langjährigen Monatsmittel. Über ganz Hessen wurden nur geringe Mengen gemessen, häufig zwischen 5 und 15 l/m². Lediglich im Norden summierten sich gebietsweise höhere Niederschlagsmengen von 40 bis 50 l/m²; punktuell höhere Werte waren durch den konvektiven Charakter der Niederschläge bedingt.

Die ungleiche Niederschlagsverteilung sowie unterschiedliche hydrogeologische Faktoren führten zu folgenden regionalen Unterschieden bei den Grundwasserständen in Hessen:
- Nordhessen (Buntsandstein): In den Kluftgrundwasserleitern wurden größtenteils normale bis sehr niedrige Grundwasserstände mit überwiegend fallenden Trends beobachtet.
- Mittleres Hessen: Die Grundwasserstände bewegten sich überwiegend auf sehr niedrigen Niveaus (49 % der Messstellen), gefolgt von normalen Niveaus (26 %).
- Untermaineben: Es zeigte sich weiterhin ein heterogenes Bild mit normalen bis sehr niedrigen Grundwasserständen und überwiegend fallenden Trends.
- Hessische Rheinebene (Hessisches Ried): Hier wurden größtenteils normale Grundwasserstände gemessen (62 % der Messstellen), gefolgt von niedrigen Grundwasserständen (24 %). In infiltrationsgestützten Bereichen lagen die Grundwasserstände auf normalem Niveau, wiesen fallende Trends auf und bewegten sich im Bereich der mittleren Richtwerte.
Aktuelle Grundwassersituation und Prognose
Die Grundwassersituation war im Juli durch den trockensten Juli seit Wetteraufzeichnung und das fortschreitende hydrologische Sommerhalbjahr geprägt. Die Grundwasserstände fielen weit verbreitet; die Hälfte der Messstellen wies niedrige bis sehr niedrige Werte auf.
Im Juli wiesen:
- 34 % der Messstellen sehr niedrige Grundwasserstände auf (Vormonat: 28 %)
- 17 % niedrige Grundwasserstände (Vormonat: 11 %)
- 41 % normale Grundwasserstände (Vormonat: 50 %)
- 1 % hohe Grundwasserstände (Vormonat: 5 %)
- 2 % sehr hohe Grundwasserstände (Vormonat: 1 %) auf.
An 5 % der Messstellen lagen keine aktuellen Daten vor.
Im Vergleich zum Juli 2025 lagen die Grundwasserniveaus an 90 % der Messstellen niedriger.
Rund 20 % der Grundwassermessstellen wiesen im Juli neue Monatsniedrigstwerte auf.
Im weiteren Verlauf des hydrologischen Sommerhalbjahres ist jahreszeitlich bedingt mit weiter rückläufigen Grundwasserverhältnissen zu rechnen. In den kommenden Wochen ist es unwahrscheinlich, dass Niederschlagsereignisse zur Grundwasserneubildung führen; hierfür wären lang andauernde und ergiebige Niederschläge in Form von Landregen notwendig. Eine nachhaltige Auffüllung der Grundwasserspeicher ist vermutlich erst im kommenden hydrologischen Winterhalbjahr möglich.
Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen bleibt dringend geboten.
