Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für Februar 2026
Überdurchschnittliche Niederschlagsmengen und Temperaturen
Witterung
Die mittlere Lufttemperatur lag im Februar bei 3,9 °C und lag damit über dem Monatsmittel von 1,6 °C in Hessen. Die Sonnenscheindauer belief sich auf 46 Stunden und lag damit 36 % unter dem langjährigen Mittelwert.
Mit einem Gebietsniederschlag in Hessen von 79 l/m² wurde das langjährige Monatsmittel um 47 % überschritten. Insbesondere in Süd- und Mittelhessen sowie in den Mittelgebirgslagen, allen voran dem Vogelsberg, aber auch dem Taunus, dem Westerwald und dem Odenwald, sind hohe Niederschlagsmengen gefallen. Die höchsten Mengen mit rund 140 l/m² wurden am Vogelsberg gemessen. Im nördlichen Teil von Hessen blieb es öfters trocken.

Abbildung: Mittlere monatliche Niederschlagshöhen der letzten zwölf Monate
Aktuelle Grundwassersituation und Prognose
Eine unterdurchschnittliche Niederschlagsbilanz in der ersten Hälfte des aktuellen Winterhalbjahrs trug zu einem weiteren Anstieg niedriger und sehr niedriger Grundwasserstände bei. Der überdurchschnittlich feuchte Monat Februar konnte diesen Trend nur leicht umkehren.
Insgesamt befanden sich im Februar 20 % der Messstellen auf einem sehr niedrigen Niveau (Januar: 18 %). Der Anteil der niedrigen Grundwasserstände fiel auf 11 % (Januar: 22 %), während normale Grundwasserstände an 45 % der Messstellen gemessen wurden (Januar: 46 %). Hohe Grundwasserstände wurden an 13 % (Januar: 8 %) der Messstellen gemessen. Sehr hohe Grundwasserstände wurden an 8 % der Messtellen gemessen (Januar: 3 %). Aufgrund des vergleichsweise feuchten Vorjahres lagen die Grundwasserstände im Februar 2026 an 79 % der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigeren Niveau.
Die regionalen Unterschiede in Hessen
Die Situation unterscheidet sich zwischen den einzelnen Regionen Hessens deutlich:
- Nordhessen (Buntsandstein): In den weit verbreiteten Kluftgrundwasserleitern wurden im Februar, bei normalen bis sehr niedrigen Grundwasserstandhöhen, überwiegend fallende Trends verzeichnet.
- Untermainebene: Hier wurden im Februar unterschiedliche Niveaus der Grundwasserstände beobachtet. Abhängig von der Reaktionsgeschwindigkeit der jeweiligen Messstelle wurden im Februar Grundwasserstände teils im sehr niedrigen bis hohen Niveau mit gleichbleibender Tendenz beobachtet.
- Hessische Rheinebene (Hessisches Ried): In dieser Region lagen die Grundwasserstände im Februar an 69 % der Messstellen auf normalem Niveau, gefolgt von hohen (20 %) und sehr hohen Grundwasserständen (8 %). Sehr niedrige Grundwasserstände wurden im Februar nicht beobachtet.
- Vernässungsgefährdete und infiltrationsgestützte Bereiche: Hier wiesen die Messstellen für die Grundwasserstände in den vernässungsgefährdeten Bereichen im Februar überwiegend normale Werte mit überwiegend steigenden Trends auf. In den infiltrationsgestützten Bereichen zeigte sich im Februar ein normales bis hohes Niveau mit unterschiedlichen Trends.
Prognose:
Trotz unterdurchschnittlicher Niederschläge im Winterhalbjahr 2025/26 bietet die derzeit ausreichende Bodenfeuchte die Möglichkeit der Grundwasserneubildung, vorausgesetzt, dass weiterhin eine feuchte Witterung vorherrscht.
Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen ist weiterhin geboten, damit für zukünftige Trockenphasen eine gute Vorsorge getroffen ist.
