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Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für August 2026
August zweigeteilt: Nach einer sonnigen, verbreitet heißen und trockenen ersten hälfte häufige Regenfälle und Gewitter.
Die Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser basiert in Mittelhessen maßgeblich auf Grundwasser.
Witterung
Der August 2026 war von einer heißen und trockenen ersten Monatshälfte sowie einer niederschlagsreicheren zweiten Monatshälfte geprägt.
Die mittlere Lufttemperatur lag bei 20,1 °C und damit 2,3 °C über dem langjährigen Monatsmittel von 17,8 °C. Die Sonnenscheindauer betrug 253 Stunden und lag 22 % über dem langjährigen Mittel.
Für Wasserversorger, Kommunen und Industrie bleibt die vorausschauende Bewirtschaftung zentral, um Versorgungssicherheit, Ressourcenschutz und Infrastrukturstabilität zu gewährleisten.

Der Gebietsniederschlag lag im August bei 60 l/m² und damit 12 % unter dem langjährigen Monatsmittel.
Die Niederschläge waren regional wie folgt verteilt: Während sich ein breiter Streifen mit höheren Niederschlagsmengen vom Westerwald über den Vogelsberg bis zur nördlichen Rhön erstreckte und dort meist 70 bis 90 l/m², teilweise sogar über 100 l/m², registriert wurden, fielen in Nordhessen sowie in weiten Teilen Südhessens überwiegend 30 bis 60 l/m² Niederschlag.

Die ungleiche Niederschlagsverteilung sowie unterschiedliche hydrogeologische Faktoren führten zu folgenden regionalen Unterschieden bei den Grundwasserständen in Hessen:
- Nordhessen (Buntsandstein):
In den Kluftgrundwasserleitern wurden überwiegend sehr niedrige Grundwasserstände bei durchweg fallenden Trends beobachtet. - Mittelhessen:
Die Grundwasserstände bewegten sich überwiegend auf sehr niedrigem Niveau. Rund 60 % der Messstellen wiesen sehr niedrige Grundwasserstände auf. - Untermainebene:
Es zeigte sich ein heterogenes Bild mit unterschiedlichen Grundwasserniveaus und Entwicklungen, abhängig davon, ob es sich um schnell oder langsam reagierende Messstellen handelt. - Hessische Rheinebene (Hessisches Ried):
Hier wurden überwiegend normale bis niedrige Grundwasserstände beobachtet. In den infiltrationsgestützten Bereichen lagen die Grundwasserstände größtenteils weiterhin im Normalbereich, bei überwiegend fallenden Trends.
- Nordhessen (Buntsandstein):
Aktuelle Grundwassersituation und Prognose
Durch den trockensten Juli seit Wetteraufzeichnung ist der Anteil der Messstellen im niedrigen und sehr niedrigen Bereich noch einmal deutlich angestiegen. Die Niederschläge ab Mitte August haben in gewässernahen und schnell reagierenden Messstellen zu leicht steigenden Grundwasserständen, jedoch nicht zu einer langanhaltenden Regeneration geführt.
Im August wiesen:
- 42 % der Messstellen sehr niedrige Grundwasserstände auf (Vormonat 34 %)
- 24 % niedrige Grundwasserstände (Vormonat 17 %)
- 28 % normale Grundwasserstände (Vormonat 41 %)
- 1 % hohe Grundwasserstände (Vormonat 1 %)
- 1 % sehr hohe Grundwasserstände (Vormonat 2 %) an
Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Grundwasserstände im August an 98 % der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigeren Niveau.
Circa 22 % der Grundwassermessstellen wiesen im August neue Monatsniedrigstwerte auf.
Im weiteren Verlauf des hydrologischen Sommerhalbjahres ist jahreszeitlich bedingt mit weiter rückläufigen Grundwasserverhältnissen zu rechnen. In den kommenden Wochen ist es unwahrscheinlich, dass Niederschlagsereignisse zur Grundwasserneubildung führen; hierfür wären lang andauernde und ergiebige Niederschläge in Form von Landregen notwendig. Eine nachhaltige Auffüllung der Grundwasserspeicher ist vermutlich erst im kommenden hydrologischen Winterhalbjahr möglich.
Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen bleibt dringend geboten.
