Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für April 2026

Niederschlagsarm und sonnig

Witterung

Der April 2026 war in Hessen niederschlagsarm, sonnig und insgesamt mild. Die mittlere Lufttemperatur lag bei 9,7 °C und damit über dem langjährigen Monatsmittel von 9,1 °C.
Die Sonnenscheindauer betrug 247 Stunden und überschritt den langjährigen Mittelwert um 37 %.

Der Gebietsniederschlag lag im April bei 23 l/m² und damit 49 % unter dem langjährigen Monatsmittel.
In weiten Teilen Hessens fielen lediglich 10 bis 30 l/m². Höhere Niederschläge (25 bis 40 l/m²) wurden vor allem im Norden und in den westlichen Mittelgebirgen registriert. Deutlich trockener war es im Süden, insbesondere am Oberrhein und im Odenwald, wo lokal nur 5 bis 10 l/m² fielen.

Aktuelle Grundwassersituation und Prognose  

Im abgelaufenen hydrologische Winterhalbjahr (November 2025 bis Ende April 2026) fiel mit 259 l/m² rund 28 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel (357 l/m²).

Die trockene Witterung im April sowie der Beginn der Vegetationsperiode trugen ebenfalls zu verbreitet rückläufigen Grundwasserständen bei.
Im April wiesen 23 % der Messstellen sehr niedrige Grundwasserstände auf (Vormonat: 18 %). 13 % der Messstellen wiesen niedrige Grundwasserstände auf (Vormonat: 13 %). Während sich 49 % der Messstellen auf einem normalen Grundwasserniveau befanden (Vormonat: 47 %), wurden an 9 % hohe (Vormonat: 13 %) und an 4 % sehr hohe Grundwasserstände (Vormonat: 7 %) gemessen.
Im Vergleich zum April 2025 lagen die Grundwasserniveaus im April 2026 an 72 % der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigeren Niveau.

Die regionalen Unterschiede in Hessen

  1. Nordhessen (Buntsandstein):
    In den Kluftgrundwasserleitern wurden überwiegend normale bis sehr niedrige Grundwasserstände mit meist fallenden Trends beobachtet.
  2. Untermainebene:

Die Grundwasserstände zeigten ein heterogenes Bild mit normalen bis niedrigen Niveaus und teils unterschiedlichen Trends, abhängig von der Reaktionsgeschwindigkeit der Messstellen.

  1. Hessische Rheinebene (Hessisches Ried):

Hier lagen im April 73 % der Messstellen im normalen Bereich, gefolgt von 20 % hohen, 5 % niedrigen und 2 % sehr hohen Grundwasserständen. Sehr niedrige Werte wurden nicht beobachtet.

In infiltrationsgestützten Bereichen wurden überwiegend normale Grundwasserstände mit größtenteils steigender Tendenz gemessen.

Prognose:

Mit fortschreitender Vegetationsperiode und steigenden Temperaturen ist in den nächsten Wochen weiter mit rückläufigen Grundwasserständen zu rechnen.

Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen ist weiterhin geboten, damit für zukünftige Trockenphasen eine gute Vorsorge getroffen ist.