Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für Januar 2026
Niederschlagsarme Witterung sorgt teils für stagnierende, teils für rückläufige Grundwasserverhältnisse
Witterung
Die mittlere Lufttemperatur lag im Januar bei -0,32 °C und lag damit unter dem langjährigen Monatsmittel (1991 – 2020) von 0,93°C in Hessen. Die Sonnenscheindauer belief sich auf 55 Stunden und lag damit 22 % über dem langjährigen Mittelwert.
Mit einem Gebietsniederschlag in Hessen von 65 l/m² wurde das langjährige Monatsmittel um 3 % unterschritten. Insbesondere die Mittelgebirgslagen, allen voran der Vogelsberg, aber auch der Taunus, das Rothaargebirge, der Westerwald und der Odenwald, waren durch hohe Niederschlagsmengen gekennzeichnet. Die höchsten Mengen mit rund 130 l/m² wurden am Vogelsberg gemessen. Im nördlichen Teil von Hessen hingegen fiel wenig Niederschlag.
Aktuelle Grundwassersituation und Prognose
Während die Grundwasserstände in Nordhessen niedrig bis sehr niedrig sind, zeigen sie sich im Süden weitgehend normal. Insgesamt ist zum Monatsende eine überwiegend steigende Entwicklung der Grundwasserstände in Hessen zu beobachten. Insgesamt führte das bislang unterdurchschnittliche hydrologische Winterhalbjahr jedoch zu einer deutlichen Zunahme der Anzahl der Messstellen mit niedrigen und sehr niedrigen Grundwasserständen, im Vergleich zum September/Oktober 2025.
Insgesamt befanden sich im Januar 46 % der Messstellen auf einem normalen Niveau (Dezember: 55 %). Der Anteil der niedrigen Grundwasserstände stieg auf 22 % an (Dezember: 19 %), während sehr niedrige Grundwasserstände an 18 % der Messstellen gemessen wurden (Dezember: 8 %). Hohe Grundwasserstände wurden an 8 % (Dezember: 9 %) der Messstellen gemessen. Sehr hohe Grundwasserstände wurden an 3 % der Messtellen gemessen (Dezember: 5%). Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Grundwasserstände im Januar 2026 an 94% der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigen Niveau.
Die regionalen Unterschiede in Hessen:
Die Situation unterscheidet sich, wie gewohnt, zwischen den einzelnen Regionen Hessens deutlich:
- Nordhessen (Buntsandstein): In den weit verbreiteten Kluftgrundwasserleitern wurden im Januar, bei normalen bis sehr niedrigen Grundwasserstandhöhen, überwiegend fallende Trends verzeichnet.
- Untermainebene: Hier wurden unterschiedliche Niveaus der Grundwasserstände beobachtet. Abhängig von der Reaktionsgeschwindigkeit der jeweiligen Messstelle wurden Grundwasserstände teils im niedrigen bis normalen Bereich mit steigender Tendenz beobachtet. Die Grundwasserleiter in der Untermainebene sind durch Grundwasserentnahmen großräumig beeinflusst, wodurch sich, zusammen mit der räumlichen Variabilität der Standorteigenschaften, ein sehr heterogenes Bild der Grundwasserstände ergibt.
- Hessische Rheinebene (Hessisches Ried): In dieser Region lagen die Grundwasserstände im Januar an 72 % der Messstellen auf normalem Niveau, gefolgt von hohen (18 %) und niedrigen Grundwasserständen (10 %). Sehr hohe oder sehr niedrige Grundwasserstände wurden im Januar nicht beobachtet. In der unmittelbaren Nähe des Rheins werden die Grundwasserstände vom Rheinwasserstand beeinflusst. Hier lagen die Grundwasserstände im Januar überwiegend auf einem niedrigen Niveau mit unterschiedlichen Trends.
- Vernässungsgefährdete und infiltrationsgestützte Bereiche: Hier wiesen die Messstellen für die Grundwasserstände in den vernässungsgefährdeten Bereichen im Januar überwiegend normale Werte mit überwiegend steigenden Trends auf. In den infiltrationsgestützten Bereichen zeigte sich im Januar ein normales Niveau mit teils gleichbleibenden und teils fallenden Trends. Hier wiesen die Grundwasserstände am Monatsende Werte im mittleren Richtwert auf.
Prognose:
Trotz der unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen im bisherigen Winterhalbjahr ist die Bodenfeuchte weiterhin verbreitet ausreichend, sodass – eine feuchte Witterung vorausgesetzt – der Grundwasserneubildungsprozess stattfinden kann. Der im Schnee gespeicherte Niederschlag des Monats Januar kann bei steigenden Temperaturen infolge der Schneeschmelze zur Grundwasserneubildung beitragen. Ein Wiedereinsetzen der trockenen Witterung der Monate November und Dezember würde jedoch zu rückläufigen Grundwasserständen führen.
Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen ist weiterhin geboten, damit für zukünftige Trockenphasen eine gute Vorsorge getroffen ist.
