Wasserwirtschaftlicher Monatsbericht Hessen für Dezember 2025
Niederschlagsarme Witterung sorgt teils für stagnierende, teils für rückläufige Grundwasserverhältnisse
Witterung
Die mittlere Lufttemperatur lag im Dezember bei 3,3 °C und lag damit über dem Monatsmittel von 1,8° C in Hessen. Die Sonnenscheindauer belief sich auf 57 Stunden und lag damit 68 % über dem langjährigen Mittelwert.
Mit einem Gebietsniederschlag in Hessen von 23 l/m² wurde das langjährige Monatsmittel um 69 % unterschritten. Insbesondere die Mittelgebirgslagen, allen voran der Vogelsberg, aber auch der Taunus, das Rothaargebirge und der Westerwald, sind durch hohe Niederschlagsmengen gekennzeichnet. Die höchsten Mengen mit rund 53 l/m² wurden am Vogelsberg gemessen. Im nördlichen Teil von Hessen blieb es öfters trocken. Hier summierten sich über den Monat verteilt großflächig nur zwischen 10 bis 15 l/m².
Aktuelle Grundwassersituation und Prognose
Fortsetzung der niederschlagsarmen Witterung sorgt teils für stagnierende, teils für rückläufige Grundwasserverhältnisse. Aufgrund der überdurchschnittlichen Niederschläge im September und Oktober kam es zum Ende des hydrologischen Sommerhalbjahres zu einem leichten Rückgang der Messstellen im sehr niedrigen und niedrigen Bereich zu einer deutlichen Zunahme der Messstellen im hohen Bereich. Durch die unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen im November und Dezember ist dieser jedoch wieder sichtbar zurückgegangen und zugleich stieg gegen Jahresende die Anzahl der Messstellen im niedrigen und sehr niedrigen Bereich an.
Insgesamt befanden sich im Dezember 55 % der Messstellen auf einem normalen Niveau (November: 57 %). Der Anteil der niedrigen Grundwasserstände stieg auf 19 % an (November: 14 %), während sehr niedrige Grundwasserstände an 8 % der Messstellen gemessen wurden (November: 5 %). Hohe Grundwasserstände wurden an 9 % (November: 15 %) der Messstellen gemessen. Sehr hohe Grundwasserstände wurden an 5 % der Messtellen gemessen (November: 6%). Aufgrund des feuchten Vorjahres lagen die Grundwasserstände im Dezember an 93 % der Messstellen im Monatsmittel auf einem niedrigen Niveau, was auch durch das überdurchschnittlich feuchte Jahr 2024 zu erklären ist. Dennoch liegt weiterhin über die Hälfte der Messstellen im Normalbereich.
Die regionalen Unterschiede in Hessen:
Die Situation unterscheidet sich, wie gewohnt, zwischen den einzelnen Regionen Hessens deutlich:
- Nordhessen (Buntsandstein): In den weit verbreiteten Kluftgrundwasserleitern wurden im Dezember, bei überwiegend normalen Grundwasserstandhöhen, überwiegend fallende Trends verzeichnet.
- Untermainebene: Hier wurden im Dezember unterschiedliche Niveaus der Grundwasserstände beobachtet. Abhängig von der Reaktionsgeschwindigkeit der jeweiligen Messstelle wurden im Dezember Grundwasserstände teils im normalen Bereich teils mit leicht rückläufiger Entwicklungstendenz beobachtet. Die Grundwasserleiter in der Untermainebene sind durch Grundwasserentnahmen großräumig beeinflusst, wodurch sich, zusammen mit der räumlichen Variabilität der Standorteigenschaften, ein sehr heterogenes Bild der Grundwasserstände ergibt.
- Hessische Rheinebene (Hessisches Ried): In dieser Region lagen die Grundwasserstände im Dezember an 74 % der Messstellen auf normalem Niveau, gefolgt von hohen (23 %) und niedrigen Grundwasserständen (3 %). In Gebieten mit starkem Einfluss des Rheinwassers wurden Grundwasserstände im Dezember auf einem hohen bis niedrigen Niveau mit einem fallenden Trend gemessen.
- Vernässungsgefährdete Gebiete und infiltrationsgestützte Bereiche des Hessischen Rieds: Hier wiesen die Messstellen für die Grundwasserstände in den vernässungsgefährdeten Bereichen im Dezember überwiegend normale Werte mit überwiegend steigenden Trends auf, in den infiltrationsgestützten Bereichen zeigte sich im Dezember ein normales bis sehr hohes Niveau und wiesen teils gleichbleibende, teils fallende Trends auf. Hier wiesen die Grundwasserstände am Monatsende Werte im mittleren Richtwert auf. Die Steuerung durch Infiltration und Grundwasserentnahmen zeigte die gewünschte Wirkung.
- Im südlichen Hessischen Ried lagen die Grundwasserstände im Dezember auf normalen bis hohen Höhen mit überwiegend gleichbleibenden Trends.
Prognose: Trotz der zwei Monate mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen ist die Bodenfeuchte weiterhin verbreitetet ausreichend, sodass – eine feuchte Witterung vorausgesetzt – der Grundwasserneubildungsprozess stattfinden kann. Ein Anhalten der trockenen Witterung der Monate November und Dezember kann jedoch zu weiteren rückläufigeren Grundwasserständen führen.
Der sorgsame Umgang mit unserem Trinkwasser und das Wassersparen ist weiterhin geboten, damit für zukünftige Trockenphasen eine gute Vorsorge getroffen ist.
