|
von Götz Schaub
Oberrosphe. Das wilde Wasser
von Oberrosphe wird nun kos-
tengünstiger gebändigt. Und
die Qualität der Trinkwasser-
versorgung von Oberrosphe ist
laut Wolfgang Maurer, Ge-
schäftsführer des Zweckver-
bands Mittelhessische Wasser-
werke (ZMW) „entscheidend
verbessert worden“.
Seit Montag wird die Entsäue-
rung des Wassers nämlich rein
physikalisch vorgenommen.
Das erste so behandelte Wasser
könnte schon die Haushalte in
Oberrosphe erreicht haben,
und wer in diesem Tagen mögli-
cherweise eine leichte Trübung
feststellt, muss sich nicht sor-
gen: Im Rohrnetz kann es we-
gen der veränderten Wasser-
chemie vorübergehend zu Trü-
bungen kommen, die auf ab-
gelöste Ablagerungen an den
Rohroberflächen zurückgehen,
aber bakteriologisch völlig un-
bedenklich seien. Durch Spü-
lungen des Rohrnetzes sollen
die Trübungen so gering wie
möglich gehalten werden. Da-
nach, darin sind sich Maurer
|
|

|
|
Per Knopfdruck aktivieren Wetters Bürgermeister Kai-Uwe
Spanka (von links) und Wolfgang Maurer im Beisein von Gerhard
Pieh und Peter Preis das physikalische Verfahren. Foto: Schaub
|
|
wie auch Gerhard Pieh, Abtei-
lungsleiter für Wassergewin-
nungsanlagen beim ZMW, ei-
nig, werden die Verbraucher
schon recht schnell positive
Veränderungen feststellen.
Die Kalk-Rückstände im Was-
serkocher oder etwa in der Du-
sche werden geringer werden,
|
|
so Maurer. Und für die Wäsche
werden die Oberrospher - das
wird wohl besonders die Um-
weltbewussten unter ihnen
freuen - weniger Waschmittel
benötigen, um trotzdem gute
Resultate zu erzielen.
Oberrosphe wird aus dem
Tiefbrunnen, der oberhalb des
|
|
|
Ortes am Waldrand liegt, ver-
sorgt. Das Rohwasser weist ei-
nen pH-Wert von rund 6,6 und
einen Gehalt an freier Koh-
lensäure von rund 50 Milli-
gramm pro Liter aus und be-
sitzt deshalb eine erhebliche
Angriffsfähigkeit gegenüber
Rohr- und Behältermaterialien.
Die bisherige Behandlung des
Wassers verursachte relativ
hohe Betriebskosten, weil stän-
dig verbrauchtes Filtermateri-
al nachgefüllt werden musste.
Das ist jetzt anders, sagt Peter
Preis, Wassermeister und Be-
triebsstellenleiter. Das physi-
kalische Verfahren basiert nun
auf einer Hochleistungsent-
säuerungsanlage bestehend aus
Entsäuerungsbehälter und
Luftverdichter. Die vorhande-
nen Filterbehälter werden mit
Quarzkies befüllt und als Entei-
senungsfilter für das im Roh-
wasser in Spuren vorhandene
Eisen weiterbetrieben. Aller-
dings wird dabei kein Filterma-
terial mehr verbraucht, die Fil-
ter werden lediglich in größe-
ren Zeitabständen zurückge-
spült, um die abgelagerten Ei-
senpartikel zu entfernen.
|
|
Der Umbau und die Installati-
on erforderte einen Investition
in Höhe von 30 000 Euro. Im
Vergleich zu anderen Arbeiten
des ZMW im Stadtgebiet „Pea-
nuts“, die aber einen großen Ef-
fekt haben. Seit der Übernah-
me der Wasserversorgung im
Juli 2003 führte der ZMW Er-
neuerungs- und Instandhal-
tungsarbeiten, Ortsnetzerwei-
terungen und Neuverlegungen
von Wasserleitungen im Gegen-
wert von 896 000 Euro aus.
Außerdem wurde Unterrosphe
an die Fernwasseranlage ange-
schlossen, was 201 000 Euro
kostete. Im Nachbarort Mell-
nau wurde für 40000 Euro eine
neue Aufbereitungsanlage ins-
talliert. Zudem wird dort in die-
sem Jahr der Hochbehälter für
150 000 Euro saniert. Eine
größere Investition steht noch
für 2008 an. Dann soll Toden-
hausen für 650 000 Euro eine
Anschlussleitung bekommen
und nicht mehr wie bisher über
die Quelle in Simtshausen ver-
sorgt werden. Alles in allem
wird der ZMW dann binnen
fünf Jahren 1,967 Millionen Euro in
Wetter investiert haben.
|